Pädagogisches Grundlagenpapier

1. Der Lehrer als Coach des Schülers

1.1 Der Lehrer vertraut auf die Potentiale, die Lernfähigkeit und die Lernbereitschaft des Schülers. Der Lehrer fördert die Motivation durch entsprechende Angebote und überprüft die Entwicklung der Lernbereitschaft.
Vertrauen zeigt sich in der Unterrichtsgestaltung, die bei den situativen Lerninteressen der Schüler ansetzt. Die Überprüfung der Entwicklung der Lernbereitschaft erfordert ein individuelles Angebot an Unterstützung.

Aktuell gilt: Die Lernbereitschaft wird gefördert durch alle Instrumente des „Lernen Lernens“. Das Vertrauen der Schüler wird gestärkt durch regelmäßige Gespräche, Rückmeldungen und Informationen an die Eltern

1.2 Der Schüler ist eine eigenständige Persönlichkeit im Lehr- und Lernprozess.
Das zeigt sich in der konkreten Unterrichtsgestaltung in der Wertschätzung der Anliegen und Interessen der Schüler. Diese stehen als Impulse gleichwertig neben dem Konzept des Lehrers.

Aktuell gilt: Der Schüler soll entsprechend seiner Lernvoraussetzungen eigenständig lernen. Die Schüler erwarten zu Recht, dass der Lehrer ihnen Orientierung bietet. Lehrer und Schüler können Partner sein mit unterschiedlichen Rollen. Die Lernarrangements werden so gestaltet, dass der Schüler seine Lernkompetenz einsetzen und weiter entwickeln kann.

1.3 Der Lehrer versteht sich als Berater und Unterstützer des Schülers.
Das zeigt sich in der konkreten Unterrichtsgestaltung, indem der Lehrer in seiner Beratung die Gleichwertigkeit des Schülers zum Ausdruck bringt.

Aktuell gilt: Handlungsorientierte Themen fordern und fördern eigenständiges Lernen z.B. mit Hilfe außerschulischer Lernorte. Der Lehrer ist nicht ausschließlich Moderator von Unterrichtsprozessen. Seine beratende Unterstützung fördert und fordert die Motivation und Lernbereitschaft der Schüler.

2. Unterrichten auf Augenhöhe:

2.1 Der Unterricht bietet Raum für Impulse durch Schülerfragen und unterstützt das forschende Lernen.
Das zeigt sich in der konkreten Unterrichtsgestaltung, indem der Schüler experimentieren kann, Fehler machen kann und seinen eigenen Lernweg und sein Lerntempo bestimmen kann.

Aktuell gilt: Lehrer und Schüler stellen Fragen und geben Impulse. Forschendes Arbeiten kann die Schüler zum Fragen ermutigen. Idealerweise nutzen die Schüler die Helfersysteme, um selbständig arbeiten zu lernen.

2.2 Die Lernarrangements werden bezogen auf die Förderung der sozialen, emotionalen, personalen und fachbezogenen Kompetenzen gestaltet.
Das zeigt sich in der konkreten Unterrichtsgestaltung, die in einer lernförderlichen Atmosphäre und in einer die Interessen weckenden Ausstattung des Raumes stattfindet.

Aktuell gilt: Formen und Methoden, die Arbeitsmittel, die Raumgestaltung und wechselnde schulische und außerschulische Lernorte fordern und fördern eine umfassende Kompetenzentwicklung.

2.3 Die Methodenkompetenz des Lehrers liegt in der Vermittlung der Inhalte und des Handwerkzeugs für das selbstständige Lernen.
Das zeigt sich in der konkreten Unterrichtgestaltung, die dann gelingt, wenn der Lehrer das Handwerkzeug für das selbstständige Lernen auf die Vermittlung der Unterrichtsinhalte abstimmt. Es ist das Ziel, die Unterrichtseinheit transparent zu machen und die Wege zur Wissensaneignung dem Schüler zu vermitteln, –

Aktuell gilt: Das notwendige Handwerkszeug (Wochenplan, Lernstraße, Helfersystem, Nachschlagewerke, entdeckendes Lernen, Raum für Rückmeldung, Wechsel der Sozialformen) steht allen Kollegen zur Verfügung und wird angemessen eingesetzt.

2.4 Die Basis des Lernens bildet die individuelle Lernvereinbarung zwischen dem Lehrer und dem Schüler.
Das zeigt sich in der konkreten Unterrichtsgestaltung, indem der Lehrer den individualisierten Lernplan an dem Kompetenzraster ausrichtet und mit dem Schüler dialogisch die individuellen Lernziele vereinbart.

Aktuell gilt: Die Grundlage für die Entwicklung der Kompetenzen bilden die Lernvereinbarung zwischen Lehrer, Schüler und Eltern. Die daraus resultierende Verpflichtung zur Umsetzung ist eine gemeinsame Aufgabe der Lehrer, Schüler und Eltern.

3. Die unterstützende Struktur der Schule

3.1 Die Fachkonferenz leistet ihren Beitrag zur Realisierung des pädagogischen Grundlagenpapiers, in dem sie
• die Themen und Methoden der einzelnen Jahrgänge im Rahmen des Bildungsplans beschließt
• die Verzahnung im Sinne eines fächerübergreifenden Unterrichts vorbereitet
• in Abstimmung mit den Kollegen Arbeitsmaterial entwickelt bzw. welches bestellt, das insbesondere zum individuellen Lernen angeregt.
• konkrete Unterstützung bei der Einführung des individualisierten Lernens anbietet.

3.2 Die Jahrgangskonferenz leistet ihren Beitrag zur Realisierung des pädagogischen Grundlagenpapiers, in dem sie
• aufbauend auf den Vorgaben der Fachkonferenz ein abgestimmtes pädagogisches Vorgehen im Jahrgang festlegt
• der Reflexion über die pädagogische Entwicklung ein Forum bietet
• die Grenzen zwischen der individuellen Unterrichtsfreiheit des einzelnen Lehrers und den einzuhaltenden Verpflichtungen festlegt.
• allen notwendigen organisatorischen Aufgaben für die einzelnen Klassen gemeinsam erledigt, um den einzelnen Lehrer zu entlasten

3.3 Die Schulleitung leistet ihren Beitrag zur Realisierung des pädagogischen Grundlagenpapiers, in dem sie
• Fortbildungen ermöglicht
• finanzielle und personelle Ressourcen akquiriert
• Projekte ermöglicht und deren Evaluation fördert
• Informationen zur Verfügung stellt
• sich an der Lösung von Konflikten beteiligt
• die Kooperation mit den Eltern und den gewählten Elternvertretern pflegt
• die außerschulischen Partner über die pädagogischen Standards auf dem Laufenden hält und sie um Unterstützung bei der Umsetzung bittet.

Grundschule in Hamburg Rahlstedt